Percy erzählt über die Brücke
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Hallo, Ihr wundert Euch bestimmt, dass ich als freiheitsliebendes und wildes Tier ein Kuhhalfter trage    und mich am Strick führen lasse. Manchmal muss man eben Kompromisse eingehen, wenn man in Frieden mit dem Menschen zusammenleben will. Wenn ich mich weigern und bockig zeigen würde, ginge es mir nur halb so gut. Keiner würde sich trauen, mich zu striegeln und zu streicheln. Mir gefallen diese Fellpflege und die Streicheleinheiten durch meine Pfleger. Und wie kämen wir von einer Weide auf die andere, wenn wir uns unseren Pflegern nicht unterordnen würden? Zum Beispiel nur so konnten wir uns zur Einweihung des Hirschgrundprojektes den geladenen Gästen zeigen. Die haben nicht schlecht gestaunt, was wir so drauf haben.
Das Foto mit dem Halfter habe ich absichtlich als Passbild gewählt, damit Ihr immer daran erinnert werdet, dass es wichtig ist, kompromissbereit zu sein.

Fotos: Kathleen Schubert

Hier laufen wir am 16.09.2022 gegen 11.00 Uhr zum Wasserhäuschen, was jetzt für Vögel und Fledermäuse zu einem neuen Zuhause ausgebaut wurde. Hier findet die Einweihung des Projekts statt.

Hier liegen wir schon wieder ganz entspannt auf unserer Weide.
 

Am Nachmittag fand eine Führung statt für Interessierte. Ihr glaubt nicht, wie sich die Leute freuten, als wir als geschlossene Herde zum Treffpunkt am Wendehammer eintrudelten.
Foto: Schreiber

 

Mich haben wie immer die Gespräche der Leute interessiert. Natürlich kam wieder die Frage nach der Brücke über den Hirschgrundbach. Die Brücke war vor allem wichtig für die Leute aus der Siedlung und die Anwohner der Vater-Jahn-Straße. Auf den Hinweis, dass unterhalb des Rodelhanges die Brücke neu aufgestellt werden solle, bemerkte eine Dame: "Das nützt uns überhaupt nichts". Beim Belauschen der Gespräche an der Bank hinter dem Wasserhaus habe ich interessante Lösungen gehört. Am einfachsten fand ich den Gedanken eines Mannes. Er meinte: "Ich begreife nicht, warum die Brücke nicht einfach hätte stehen bleiben können. Wenn die Rinder nicht auf der Weide südlich des Hennyteichs grasen, könnte man doch einfach die Weidedrähte aushängen und in dieser Zeit den Weg wieder nutzen."                                           
Das finde ich eine gute Lösung. Mich würde die Brücke nicht stören. Warum die Menschen hierfür keinen Kompromiss finden, verstehe ich nicht. Ich glaube, die stellen sich mit ihren Gesetzen selber ein Bein.
Ganz besonders wichtig war die Brücke für die Kinder. Dort spielten sie besonders gern im Bach. Ich hoffe, das dauert nicht allzu lange bis ein neuer Platz für die Kinder geschaffen wird.



Euer Percy

Oberlungwitz am 19.09.2022


So tragen wir Meinungsverschiedenheiten aus, verletzen uns nicht und vertragen uns hinterher wieder.
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